Kilmore Quay – Crosshaven, Cork

Kilmore - Cork

 

 

 

 

 

 

 

 

Als wir am 30.08. um 6.30 Uhr ablegen meint Thomas noch, ob wir das Großsegel nicht ganz hochziehen wollen, doch dann stellt sich bald heraus, dass wir mit dem ersten Reff ganz gut bedient sind. Heute ist der erste Tag, an dem zwar nicht unbedingt weniger Wind sein soll, aber dafür passt die Richtung -halber Wind, ideal. Unseren Husten versuchen wir in Kilmore Quay zu lassen. Die Sonne scheint den ganzen Tag, hat aber leider gegen den Wind keine Chance. Wir segeln teilweise mit 2. Reff im Groß und gerefftem Vorsegel mit Spitzengeschwindigkeiten von 7 Knoten  vor der irischen Südküste entlang. Der nächste richtige Hafen für uns wäre Cork, und da es bis dort 70 Seemeilen sind, kann es nicht schaden, wenn wir schneller sind, als gedacht. Nachmittags nimmt der Wind etwas ab und wir können bald die Reffs ausschütten. Wir hören Radio und backen uns eine Pizza auf.  Doch auch heute ist der Wind böig und wir Reffen hin und wieder. Da wir die letzten Tage so starken Südwestwind hatten, hatten wir mit fiesen großen Wellen von Vorne gerechnet, die Wellen sind zwar groß, aber dabei so schön lang, dass sie uns nicht wehtun. Die vom heutigen Nordwestwind neu geschaffenen Wellen schaukeln uns ganz schön, so dass wir abends im irischen Pub noch Seegang haben.

Cork Hafeneinfahrt

Cork Hafeneinfahrt

Cork soll der größte Naturhafen der Welt sein, sieht ähnlich aus wie Poole in England. Hier gibt es gleich 3 Marinas auf der Reihe (eine davon rühmt sich damit, der älteste Yachtclub der Welt zu sein, RCYC) und zahlreiche Bojen und Ankerplätze.

Von Cork ist damals die Titanic gestartet.

Am nächsten Tag packen wir unser Schlauchboot aus und fahren etwas den Fluss hinauf.

Abends geht es wieder in den Cronins’s Pub, diesmal gibt es gegrillte Makrele und Brie mit Zwiebeln zum Guinness und Howling Gale Ale.

Cobh

Cobh

Auch am Samstag bleiben wir (mal wieder starker SW-Wind) noch in Crosshaven. Wir fahren mit dem Schlauchboot und unserem V6 nach Cobh, gut, dass wir den Rucksack in eine Tüte gesteckt haben und unsere Sonnenbrillen mit haben, denn insbesondere auf dem Rückweg spritzt es doch reichlich. Spritztour halt. In unserm Schlauchboot ist man so klein und den eigentlich kleinen Wellen so nah. Mit nur 2,3 PS sind wir ganz schön lange unterwegs und können noch nicht mal große Abkürzungen fahren, da gerade Niedrigwasser ist und unser Motor schon aufsetzt.

St Colman Kathedrale in Cobh

St Colman Kathedrale in Cobh

Cobh sieht von Vorne sehr schön aus, mit den vielen kleinen bunten Häusern. Beeindruckend ist auch die riesige St. Colman Kirche.

Schwimmer in Crosshaven
Schwimmer in Crosshaven

 

Zurück im Hafen schauen wir bei einem Wettschwimmen des jährlichen Crosshaven Triathlons zu. Brr..

Arklow – Kilmore Quay

Nach einer kurzen Nacht in dem recht kleinen Hafen Arklow (es gibt gute Schwimmstege mit Strom und vor dem Hafen im „Fluss“ einen Besuchersteg, der aber für uns zu flach fällt) geht es früh mit der Tide los. Da kaum Wind ist und der bald auch noch genau von vorne kommt, motorsegeln wir. Die Sonne scheint die ganze Zeit und dank Tide kommen wir super voran, mal mit mehr mal ohne Segelunterstützung. Als wir um die Ecke von Irland (Carnsore Point) sind, kippt die Tide, ist aber nah unter Land nicht so stark. Hier können wir sogar noch 1,5 Std. segeln und sind super früh am Tag im Hafen.

Hafenseehund Kilmore

Hafenseehund Kilmore

Hier werden wir vom Hafenseehund begrüßt, der mir einen Schrecken einjagt, als er mit großen dunklen Augen vor mir auftaucht.

Der angekündigte Sturm kommt dann auch in der Nacht mit dauerhaften 25-30 kn Wind. Das Boot schaukelt so, dass man kaum Schlafen kann und beim Frühstück rutscht das Nutellaglas fast vom Tisch. Aber wir liegen hier gar nicht mal so schlecht. Da weiterhin recht starker Südwestwind ist, bleiben wir noch in Kilmore und essen lecker Saltee Eis.

Howth – Arklow

Da wir zu faul sind um 4 Uhr morgens los zu fahren, schlafen wir erstmal aus und planen dann nach dem Frühstück, wo es wann hin gehen soll. Da für die folgenden Tage mal wieder starker Südwind angesagt ist, wollen wir heute noch bei NNW Wind weiter nach Süden segeln. Mit der Tide geht es dann um 15.30 Uhr los, es nieselt immer mal wieder, aber grundsätzlich haben wir es ganz gut raus, den Wolken davon zu fahren (um uns herum sieht man es richtig regnen, aber wir bekommen nur den Wind ab).

Howth - Arklow

Code Zero vor Sonnenuntergang

Mit Spitzengeschwindigkeiten von 8,9 Knoten schießt Anna auf den Wellen (halber Wind mit Groß und CodeZero) davon. Doch wie so oft hat der Wind andere Pläne, dreht, nimmt ab und wieder zu, also Segel wechseln, motoren,.. Weil es gerade so gut läuft entscheiden wir uns dann anstatt nach Wicklow, bis in den nächsten, angeblich etwas besseren Hafen Arklow zu fahren.

Sonnenuntergang vor Arklow

Sonnenuntergang vor Arklow

Als wir festmachen, ist es schon duster. Und das ist es auch noch, als wir um 5.30 Uhr am nächsten Morgen los fahren.

Howth erkunden

Bild
Gestern bin ich noch mit Fahrrad um die Halbinsel gefahren (puh, viele Hügel), heute mache ich zu Fuß einen Spaziergang entlang der Klippen. Ein paar Kinder springen lebensmüde von einem riesigen Stein ins Wasser. Ich sehe Segler und auch eine riesen Fähre. Das es zwischendurch regnet macht nix, da hat es sich wenigstens gelohnt, die Jacke und das Käppi im Rucksack mitzuschleppen. Abends bricht wieder der halbe Hafen auf zur Regatta. Ich fahre mit dem Rad zum kleinen „Strand“ neben den Bahnschienen, gehe mit den Füßen, der Kamera und dem Fernglas ins Wasser (es ist gerade Niedrigwasser) und beobachte die bunten Spinnaker. Da mein Kapitän derzeit in Deutschland ist, bewache ich das Boot allein (hoffentlich muss ich nicht umlegen).

Tall Ships Festival Dublin 2012

Tall Ships Festival Dublin 2012

Doch am Freitag kommt er zurück, wir treffen uns in Dublin und gehen über das Tall Ships Festival, was zufällig gerade dieses Wochenende in Dublin ist und sehen sogar die Alexander von Humboldt II.

Schade das es so regnet.

Ardglass (Nordirland) – Howth (Irland)

Heute geht es auf nach Irland, also wir die neue Gastlandflagge bereit gelegt.
Die Sonne kündigt schon um 7 Uhr einen schönen Tag an, so dass wir mit der Crew von Dayzaway rumwitzeln, dass heute alle das Internet nach dem Wetter fragen, wo man doch früher einfach raus geschaut hätte, da sieht es nämlich super aus. Doch als wir gerade aus dem Hafen raus sind, bezieht es sich und wir können gerade mal 100 m weit sehen. Erst ist kaum Wind und so setzen wir das Groß und lassen den Motor mitlaufen, dann geht es wieder los mit fröhlichem Segel- und Motorwechsel, mal können wir segeln, mal nicht. Bis der Wind sich auf 3-4 einpendelt und wie angesagt natürlich genau von vorne kommt. Mit Großsegel und Fock können wir jedoch sehr hoch am Wind segeln. Als der Wind leicht auf SSE dreht, wird es umso besser. Die Wellen sind erst nicht so hoch, doch mit zunehmendem Wind und Ströhmung gegen den Wind, werden sie bald wieder höher, dann fahren wir entlang eines Inselchens mit dem Leuchtturm Bill Rock, sieht aus wie Alcatraz. Zwischendurch reffen wir das Groß und zeitweise auch die Fock. Wir sehen und höhren (über Funk) 3 andere Segler aus Ardglass, aber alle scheinen zumindest überwiegend den Motor mitlaufen zu lassen. Kann uns nicht passieren, haha. Eine Hanse 342 überholt uns mühsam, dabei haben die den Motor mitlaufen, wir segeln aber schon um die 6 Knoten und sicherlich ruhiger in den Wellen.

Insel Irelands Eye vor Howth
Insel Irelands Eye vor Howth

Was die Iren mit „lasst euch Zeit in der schwierige Hafeneinfahrt von Howth“ meinten, stellen wir auch fest. Es gibt lange dünne Boijen, die bei Niedrigwasser mind. 2 m aus dem Wasser gucken und dann durch Wind und Strömung schräg stehen, sieht gruselig aus, ist aber ok. Der recht große Hafen liegt gut geschützt, hat ordentliche Schwimmstege, Duschen, Internet, Strom, Wasser, Diesel es gibt einen kleinen Ort mit super Fischläden und Restaurants und eine gute Zugverbindung nach Dublin.

Diese nutzen wir auch gleich am nächsten Tag und kaufen ein richtiges Glas (sonst haben wir nur Plastikbecher).

Guinnes

Guinnes

Bangor – Ardglass

Der Wind hat abgenommen und wir fahren (nach den letzten Tagen – spät ins Bett – lange Schlafen – um 12 Frühstücken, also gefühlt mitten in der Nacht) los. Mit uns legen mehrere Segler ab, die alle mit der Tide nach Süden wollen. Zum gegenan kreuzen ist der Wind dennoch zu wenig, also läuft bei hochgezogenem Großsegel der Motor mit. Die Wellen sind leider noch recht hoch und so hüpft Anna von Welle zu Welle. Bald haben wir keine Lust mehr auf das Geschaukel und entscheiden uns in dem Hafen Ardglass einen Stop einzulegen anstatt heute noch weiter südlich zu fahren. Der Wind nimmt noch etwas zu und wir können sogar die letzten fast 2 Stunden segeln.

Ardglass Hafen

Ardglass Hafen

Auch mal schön, schon Mittags im Hafen zu sein, wir erkunden den kleinen Ort und essen nochmal Fish and Chips. Zurück an Bord eröffnen wir den ersten Cabriotag und klappen die Sprayhood runter, damit wir mehr Sonne abbekommen. Heute laden wir die Iren der Dayzaway zum Tee im Cockpit ein. Der Hafen ist recht klein, aber gut ausgestattat, alles etwas altmodisch, aber das sind wir ja schon gewöhnt. Der Hafenhund „Ben“ spielt voll süß mit uns und der Hafenseehund schwimmt zu jedem ankommenden Schiff in der Hoffnung einen Fisch zu bekommen.

Bangor (Nordirland)

Zwischenzeitlich kennen wir den Ort schon ganz gut und wissen, das es auf der Ecke am Hafen leckeres Eis gibt.

BangorAn zwei Abenden waren vor unserem Hafen kleine Segelregatten, gestern zum Beispiel haben wir so lange im Regen gesessen, bis unsere Jacken durch waren. Am 15.08. sind wir mit dem Zug nach Belfast in die Stadt gefahren. Dort haben wir im berühmtem Pub „Crown“ Fish und Chips gegessen. Die Fenster sind bunt bemalt, die Decke und die Theke sind aus Holz geschnitzt und man sitzt in kleinen abgesperrten Nieschen. Die Stadthalle von Belfast sieht nicht nur von außen pompös aus. Doch dann regnete es so sehr, dass wir den Stadtbummel bald abgebrochen haben und zurück gefahren sind, die Luken im Schiff waren auf Schlitz und es hatte reingeregnet. Abends ging es noch ins Kino in Bangor.
Der Südwind ist immer noch zu stark, heute schon besser, aber dafür haben wir Regen. Morgen früh soll es dann mit der Tide gleich los gehen, mal sehen, wie weit wir kommen.

Portpatrick (Schottland) – Bangor (Nordirland)

Morgens waren wir noch unentschlossen. Eigentlich wollten wir ja südlich zur Isle of Man (die unabhängige, nicht der EU angehörende Insel, aber der britischen Krone unterstellt) und hatten hierfür auch schon eine Gastlandflagge gekauft, doch der starke Südwind macht es uns fast unmöglich. Thomas meint noch, wir könnten unter Land fahren und dann schnell mit der Strömung morgen früh schräg rüber, aber dann entscheidet doch der Wasserstand in unserem Hafen, denn da können wir nicht immer raus. Also fahren wir Montag Nachmittag los. Die Wellen rollen schon in die Hafenausfahrt, aber es ist zum Glück tief genug und alles geht gut. Kurz darauf geht eine fiese steile Welle übers Boot, danach setze ich meine Kaputze nicht mehr ab! Im tieferen Wasser wird es etwas besser mit den Wellen. Mit Selbstwendefock und 2. Reff im Großsegel kommen wir gut voran.

Wellen Wellen WellenDer Wind ist nicht so das Problem, eher die Wellen. Da steuern wir lieber selbst als das dem Autopilot zu überlassen. Das gerade die Strömung gegen den Wind läuft, macht es nicht besser. Nach Süden wäre das nicht möglich gewesen. Thomas ist froh, dass er alles Süße allein essen darf, und die Sonne trägt zur Stimmungsauflockerung bei.

WelleAls wir unter Land kommen, wird es ruhiger und im Hafen angekommen waschen wir das Salz vom Boot und  aus dem Haar. In Bangor gibt es eine schöne große gut geschützte Marina mit allem Drum und Dran. Wir liegen hier viel viel besser als in Portpatrick und können den starken Wind die nächsten Tage abwarten und evtl. mit dem Bus nach Belfast fahren. Dienstag Mittag gehen wir in den gar nicht mal so kleinen Ort und faulenzen im Cockpit.

Largs, Firth of Clyde – Portpatrick

Bei dem Geschaukel kann man gut schlafen, aber sobald man wach wird, denkt man, bei dem Wind soll ich gleich los? Wir liegen in der Mitte des Hafens, mit der Nase im Wind und der Wind kommt von der einzigen landgeschützen Seite mit dem Berg davor, aber es rappelt dennoch im Hafen. Da der Wind in den nächsten Tagen weiter zunehmen und auf Süd drehen soll, wollen wir heute versuchen, bei Ost-, später Südostwind so weit wie möglich südlich zu kommen. Der komische schottische Wind hält uns gut auf Trapp. Bald haben wir alle Besegelungen durch und haben sogar zwischendurch den Motor an. Bis wir einfach das Groß gerefft lassen und nur abwechselnd die Fock und den Codezero wechseln. Wir haben uns – auch nach Nachfrage beim netten 24 Std. Hafenmeister in Largs – entschieden Portpatrick anzusteuern, der winzige Hafen macht in den Prospekten und im Internet Werbung mit neuen Schwimmstegen für Besucher und exzellenten Anlagen, ist aber über Telefon nicht zu erreichen. Doch als wir ankommen, ist von den Schwimmstegen und Anlagen nix zu sehen. Wir liegen an der gruseligen Steinwand, müssen eine Leiter hochklettern und die mittlerweile eingetretene Dunkelheit macht es nicht schöner.

Portpatrick Hafen

Portpatrick Hafen

Doch wir liegen gar nicht sooo schlecht, schaukeln etwas hin und her und gehen am nächsten Tag in den kleinen Ort. Die beiden anderen Besucher haben den Hafen schon verlassen und so liegt Anna in der Hochsaison allein im Hafen, nur mit ein paar Anglerbooten. Man findet zwei kleine Supermärkte und einen schönen Pad an den Klippen entlang.

Tarbert, Loch Fyne – Largs, Firth of Clyde

Nach einem lecker Urlaubsfrühstück (Schrimps mit Rührei) geht es los. Bei östlichen Winden um 3-4 segeln wir am Wind mit Groß und SWF. Als der Wind  zunimmt, reffen wir das Groß, schütten es aber bald wieder aus. Wir behalten die Großschot gleich in der Hand, da der Wind hier böig ist. Aber das kennen wir ja schon vom schottischen Wind. Die Sonne quetscht sich durch die Wolken, aber der Wind ist so kalt, dass ich mir sogar Handschuhe anziehe. In Tarbert gab es einen Vergleich über die Kosten der Liegeplätze in der Umgebung. Wir dachten, der zweitteuerste Hafen, muss ja toll sein und da liegen bestimmt viele schöne Schiffe, also auf nach Largs in den Firth of Clyde. Da es gerade am Wind so gut läuft segeln wir unten um die Insel of Bute anstatt oben durch die bestimmt schöne Enge zu fahren (ohnehin ist der Weg kürzer und Thomas freut sich auf die Burger, für die wir schon alles eingekauft haben). Als wir auf Höhe Milport Richtung Hafen kreuzen, sehen wir eine hässliche Industrieanlage und dahinter: den Yachthafen. Der Hafen ist riesig, mit Blick auf die Industrieanlage. Tolle Schiffe gibt es nicht, aber dafür gute Sanitäranlagen (endlich mal kein Duschvorhang mit Warmwasserboiler; Anmerkung Thomas: Die Wassertemperatur der Dusche liess sich nicht regeln und war viel zu heiss). Der Ort ist leider auch etwas entfernt, aber es gibt Restaurants und Bootsläden.

Loch Craignish, – Loch Fyne (durch Crinan Canal)

Unsere Ankerbucht hat uns so gut gefallen, dass wir den gestrigen Tag und die Nacht auch noch da geblieben sind. Am Donnerstag geht es dann zum Crinan Canal, der uns als super Abkürzung in den angeblich sehr schönen Firth of Clyde vorgeschlagen wurde. Der Kanal wurde 1793-1801 gebaut, 1816 und 1930-1932 restauriert. Er ist nur 9 sm lang, hat 15 Schleusen und 7 Brücken. Vor manchen Brücken muss man ins Horn blasen, dann kommt Jemand und kurbelt die Brücke per Hand auf. Nach den ersten 2 vom Personal betriebenen Schleusen gibt es eine kurze urige Kanalfahrt.

Crinan Canal

Crinan Canal

Der Kanal ist hier zwar 2.5 m tief, aber nur ca. 6 m breit, an den Seiten sehen wir Felsen und Bäume, zum Glück kommt uns keiner entgegen. Vor der nächsten Schleuse machen wir an einem alten Holzmotorboot fest, die 4 Engländer erzählen uns, dass sie das Boot überführen um es zu restaurieren, was auch bitter nötig ist. Außerdem wissen sie, dass die nächsten Schleusen von uns selbst von Hand betrieben werden müssen. Oh je!

Crinan Canal Schleuse

Crinan Canal Schleuse

Zum Glück passen wir gerade so, schräg mit ihnen zusammen in die Schleusen und so hängen wir quasi an ihrem Rockzipfel bis wir nach ca. 6 Std. aus dem Canal wieder raus sind. Wie gut, das sie da waren, zum Festhalten, Abdrücken, Schleusentore runterlassen, auf- und zuschieben, Wasser rein und raus lassen,… alles von Hand mit Kurbel und Muskelkraft. Wir hängen „nur“ Fender hoch und runter, vor und zurück und versuchen in der Schleuse mit den Leinen zu hantieren. Einmal schafft es Thomas nicht wieder nach dem Leinen loswerfen, die Treppe in die Schleuse runter zu klettern und Frauke muss alleine das Boot steuern… Thomas läuft am Kanal nebenher und gibt Komandos. Oh oh. Vom Kanal selbst sehen wir fast nix. Es ist schon fast stressig, aber wir wollen an dem anderen Boot dran bleiben und nicht über Nacht in dem kleinen Kanal bleiben. Alles geht gut und wir bedanken uns bei den netten Motorbootmännern mit unseren letzten Flaschen Bitburger. Das Wetter ist super sonnig, aber der Wind doch recht kühl.

Tarbert Hafen

Tarbert Hafen

Mit CodeZero und Wind von schräg  hinten segeln wir in den nächsten Hafen im Loch Fyne, Hafen Tarbert. Dies ist mal ein recht großer Hafen, mit super Schwimmstegen, Wasser, Duschen, Strom und sogar mal WiFi inkl.. Der Hafen ist sehr schön gelegen und so bleiben wir den nächsten Tag hier und gehen in den Ort, Fish and Chips essen und die Burg besichtigen. Ja, auch hier steht noch eine Ruine, aber nur noch 2 Wände (die nachts sogar angeleuchtet werden), die restlichen Steine wurden damals zum Bau des Hafens verwendet. Im windgeschützten Cockpit ist es so warm, dass wir das Sonnensegel aufspannen um etwas Schatten zu bekommen.

Dunstaffnage – Loch Craignish

Dunstaffnage Hafen

Dunstaffnage Hafen

Morgens wird das Castle und die Chapel (Burg und Kapelle) von Dunstaffnage besichtigt (Ruinen). Die Grundmauern sind Mitte des 13. Jahrhunderts gebaut worden und könnten damit laut dem netten Hafenmeister zum ältesten Castle Schottlands gehören. Der heutige „Captain“, der quasi die „Stellung“ hält, kann seinen Rang als Captain nur halten, indem er mindestens 2 Nächte im Jahr in der Burg verbringt. Als der heutige Captain noch jung war, hat er sich laut unserem Hafenmeister immer Freunde eingeladen und dann 2 Tage und Nächte Party gemacht. Zurück im Hafen tanken wir noch und fahren dann los. Obwohl leichter Regen und kein Wind angesagt war, dürfen wir bei Sonnenschein segeln. Ein kleiner Umweg führt uns zum Gylen Castle, das super schön in einer Bucht auf einer Steingruppe gelegen ist. In einer Bucht vor einem Leuchtturm bei Fladda werfen wir zum verspäteten Mittagessen den Anker, dann geht es weiter. Code Zero raus, Code Zero rein, Motor an, Motor aus, Fock raus, Fock rein, der Wind dreht und schläft ein, die Tide ist sehr stark, dann sehr schwach, es gibt Wasserstrudel,…

unsere BuchtDoch dann ankern wir in einer schönen geschützten Bucht bei immer noch Sonnenschein im Loch Craignish und der Wind schläft artig auch ein.

Corpach – Dunstaffnage

Gestern hatte man uns noch gesagt, wir müssten um 8 Uhr aus der Schleuse, da ein großes Schiff kommt und sie den Anleger brauchen, dann heißt es, wir können bis 9.30 Uhr bleiben, was von der Tide besser passt, doch schließlich wird es schon fast zu knapp, als wir erst um 11 Uhr durch gelassen werden. Da hätten wir ja auch ausschlafen und richtig gemütlich frühstücken können! Da wir keinen Wind haben, motoren wir zunächst durch Loch Linnhe.

Castle mit Segler kleinEs geht vorbei an kleinen Inseln, Leuchttürmen und wieder einem Castle, mit ankerndem Segler davor, wie sich das gehört; die Berggipfel sind leider in Wolken gehüllt. Doch dann kommt die Sonne raus und auch etwas Wind, so dass unser Code Zero uns gut voran schiebt. Wie schön, dass wir heute entgegen der Wetteransage doch noch segeln dürfen. Zu einer angenehmen Zeit (um 16.20 Uhr) machen wir in der relativ großen Marina in Dunstaffnage an Schwimmstegen mit Strom und Wasser fest und Thomas beginnt sofort Anna von dem Kanaldreck (Fender an Schleusenmauern) zu befreien.

Thomas TaucheranzugUnd weil er gerade so im Putzwahn ist (warum kann er den nicht auch zu Hause haben?), probiert er noch gleich seinen neuen Taucheranzug aus. Nachdem er einmal nur in Badehose ins kalte Wasser musste, weil wir eine Leine im Propeller hatten, haben wir diesmal einen Taucheranzug dabei. Er sitzt super und hält richtig schön warm, nur die Füße und Hände frieren und er hat zu viel Auftrieb. In dem Anzug kann er ohne Gewichte nicht zum Propeller oder gar 10 cm tief tauchen! Also suchen wir jetzt nach einem Taucherladen…

Gailochy – Corpach

Da wir Abends noch Windstärke 4 von NE bekommen haben und wir, für den Fall, dass der neue Anker bei dem Steingrund nicht hält, innerhalb von einer halben Minute auf Land gesessen hätten und uns außerdem das Geschaukel der Wellen nervte, sind wir anstatt zu ankern lieber für eine ruhige Nacht die paar Meter bis zur nächsten Schleuse gefahren. Vor den Schleusen und Brücken sind jeweils freie Liegestege im Kanal und oftmals auch Toiletten und Duschen. Gut ausgeschlafen geht es dann am Sonntag weiter.

Neptunes StaircaseVor der Neptunes Staircase müssen wir lange warten. Man wird in 1,5 Stunden durch 8 Schleusen gelassen, die einen Höhenunterschied von 19,5 m ausmachen. Mit uns wird nur eine andere kleine Yacht geschleust, es nieselt etwas, was die beißenden Fliegenficher nicht von uns abhält (Frauke reagiert allergisch und sieht aus als hätte sie die Masern). Nach einer kurzen weiteren Kanalfahrt geht es nochmal 2 Schleusen bergab und dann machen wir in Corpach noch vor der Schleuse nach draußen über die Nacht fest.
Insgesamt hat uns der Kaledonische Kanal schon gefallen, wir sind länger drin geblieben als erwartet. Man hat uns vor der Hochsaison gewarnt und gesagt, dass es in manchen Schleusen ganz schön voll werden kann… wir waren aber max. 3 Boote, meist sogar allein. Also voll war es überhaupt nicht, aber die Schotten sagen auch, sie hätten bislang kein gutes Sommerwetter gehabt. Wir hatten jedenfalls Glück mit dem Wetter. Die Toiletten und Duschanlagen waren ok, aber auch nicht für mehr Leute ausgelegt. Man konnte gute Anleger vor Schleusen oder Brücken finden und überall so lange bleiben, wie man möchte. Das Schleusenpersonal war sehr nett und hilfsbereit. Über Funk konnte man immer schön hören, wer gerade wo ist und wie z. B. der Brückenmeister der nächsten Schleuse mitteilt, dass wir gleich kommen. Dennoch sind wir froh, dass wir wieder raus gehen. Mal wieder segeln, eine schöne Marina, nicht so viele Motorboote und vor allem keine Mücken!

Muirtown – Fort Augustus (Loch Ness) und Fort Augustus und Gairlochy – (Loch Lochy)

Am Freitag, 03.08.12 werden wir wie angekündigt um 8 Uhr durch die Schwingbrücke gelassen, dann geht es in die ersten Treppen-Schleusen. Frauke geht an Land und zieht Anna von Schleuse zu Schleuse. Auf Loch Ness liegt noch der Morgennebel, als wir einfahren. An dem Anleger des Urquhart Castle ist gerade kein Platz und so fahren wir weiter. Dann kommt Wind auf, aus der richtigen Richtung und wir können mit gesetztem Großsegel und bestem Wetter die Berge genießen. Fort Augustus am Ende des Loch Ness ist der Haupttouristenort hier. Wir bleiben über Nacht an einem Pantoon und schauen uns schonmal die nächsten Schleusen-Treppen an.
Am Samstag weckt uns der Brücken- und Schleusenwärter. Diesmal zieht auch Thomas von Land die Anna die Schleusen hoch. 5 Schleusen, dann sind wir wieder an Bord. Bei strahlendem Sonnenschein sind wir bald auf dem höchsten Punkt. Im Loch Oich machen wir zum Mittag an einem Steg vor einer Burgruine fest, sehr nett. In der nächsten Kanalverbindung denkt man, man steht im Wald, denn rechts und links stehen riesige Bäume, mehr sieht man nicht.

Loch Oich Ben NevisAm Ende des Loch Lochy kann man den Ben Nevis (mit 1.343 m, der höchste Berg des UK) sehen, in einigen Ecken liegt sogar noch Schnee. Hier ankern wir gerade, als ich diesen Eintrag mache.

Inverness – Caledonian Canal, Muirtown

Nachdem wir die gerade mal 3 Jahre alte Marina in Inverness (mit Wasser, Strom, Diesel, leider aber nur Duschen und WC im Bauwagen) gegen 11 Uhr verlassen haben, geht es zur Sea lock, der Schleuse, die uns in den Kanal lässt. Unterwegs sehen wir nochmal die Delfine, diesmal wohl doch echte, die aber an uns nicht interessiert sind. Wir haben uns schon gewundert, dass der Typ im Hafen die ganzen Touristen veräppelt, mit seinem Dolphin-Tour-boot. Der Schleusenwärter ist super nett und erklärt uns alles ganz geduldig (für 162 Pfund). Gleich nach der 2. Schleuse, die bereits 3m hoch geht, ist schon der erste Hafen. Da es weiterhin regnet und eine Kanalfahrt bei Regen nicht so wirklich Spaß macht, entscheiden wir uns (erste Nacht im Preis mit drin) hier zu bleiben. Wir nutzen die Waschmaschine und Frauke verwandelt das Schiff in eine Wasch-Trocken-küche. Das Wetter soll Morgen besser werden und dann erwarten uns im Caledonischen Canal mit 61,16 km Lochs und 35,4 km Kanalverbindungen, 29 Schleusen und 10 Brücken.