Salcombe, UK – Cherbourg, FR, 94,5 sm

Salcombe

Salcombe

Bei dem südwestlichen Wind, der durch die felsige Hafeneinfahrt wie ein Tunnel zieht, kann sich Anna heute gar nicht entscheiden, ob sie sich an ihrer Boje zum Wind oder zur Tiede ausrichten will.
Recht spontan, entscheiden wir uns noch Abends loszufahren, alles andere macht keinen Sinn, mit dem aufziehenden Wetter und Tiede.

 

Wir legen von unserer Boje um 21 Uhr ab um am Kurzzeitsteg das Schlauchboot zusammenzupacken, dann geht es um 22 Uhr los. Leider geht die Sonne hinter dem Land unter, aber wir können mit dem letzten Tageslicht noch gut die Fischerbällchen aussteuern. Bei SW 3-4 segeln wir mit leicht achterlichem Wind mit Codezero und Groß, in der Nacht wechseln wir auf SWF, damit der andere ruhig schlafen kann, in der Früh müssen wir wieder tauschen und so geht es hin und her, aber wir kommen sehr gut voran, die Wellen sind auch friedlich.
Gerade als Thomas sich zur ersten Schicht Schlafen hingelegt hat, kommen Delfine. Im Dunkeln sieht man manchmal nur die Wasserbläschen fluroszieren, wenn sie kurz unter der Wasseroberfläche herdüsen oder man hört sie nur springen oder „pfump“ machen. Super!
Sie begleiten uns fast 2 Stunden, so dass Frauke bei ihrer 1. Nachtwache nicht alleine ist.
Diese Nachtfahrt wird von uns zur Besten bislang gekürt: Über uns sieht man die Milchstraße, die hier ohne weitere Lichteinflüsse gut zu erkennen ist. Wahnsinn, wie viele Sterne es gibt. Und unter unserm Bett schwimmen Delfine!
Als Thomas sich das 2. Mal hinlegt, dauert es wieder nicht lange, da kommen die Delfine erneut, zum Glück ist jetzt schon die Sonne aufgegangen, so dass wir Bilder haben:

anna und dolfinsdolphins naeher
Durch das Traffic Separation Scheme kommen wir mit ein paar kleinen Abfallmanövern gut durch, jeder hat hier AIS, außerdem fahren die Schiffe auf dieser Höhe noch getrennt nach Richtungen. Unser Radar sowie der Wassergenerator kommen endlich auch zum Einsatz und wir stellen fest, wie entspannt eine Nachtfahrt doch sein kann, wenn der Autopilot zuverlaessig Kurs hält.
Zum späten Frühstück gibt es Pizza, Kaffee und Karottenkuchen, echtes Seemannsfrühstück halt. Vor Cherbourg läuft die Tiede so stark, dass wir uns freuen, hier nicht zu einer anderen Zeit oder gar im Dunkeln her zu segeln, es gibt wieder Fischerbällchen zum Ausweichen.
In Cherbourg kommen wir um 15 Uhr an, gehen in die Stadt, kaufen Crevette, Baguette und Camembert, die wir im Cockpit pulen und vertilgen. Auf dem Weg zu den super Duschen im riesigen Hafen bleiben wir bei den letzten 10 Minuten Fußball Deutschland gegen Frankreich in der aufgebrachten Menge beim Publicviewing stehen. Nach dem 0:1 sind die Franzosen ganz schön sauer. Wenn uns einer anspricht, sagen wir, wir sind Holländer, die Flagge haben wir vorsichtshalber vorher abgenommen.

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