Jelsa – Sjobuholsvagen – Sand

Zwischenstopp

Zwischenstopp

Heute Mittag geht es zu dem Anleger Nr. 60 in unserem neuen Buch. In der kleinen Bucht kann man sehr idyllisch liegen. Wir versuchen etwas zu wandern, brechen aber auch den dritten Versuch mangels Wanderweg ab. Von woher die nur das tolle Foto im Buch gemacht haben?! Gegen Abend kommt noch ein Segler an den Steg. Die deutschen Segler mit der Josua schwärmen uns vom Ort Sand vor und einer Busfahrt, die sie dort gemacht haben. Also fahren wir natürlich noch nach Sand weiter.

Sand

Sand – Blick vom Cockpit aus

Dort gibt es einen kleinen Hafen mit Gästeplätzen, Duschen, WC, Waschmaschine, Internet,… Nur der Strom hat einen herkömmlichen Stecker für Haushaltsgeräte und keinen CE-Stecker. So was hatten wir ja noch nie!

Auf dem Weg nach Sand fahren wir unter einer riesigen im Bau befindlichen Brücke durch. Dann sehen wir schon Berge mit Schnee drauf und Wasserfälle in der Ferne. Sehr sehr schön hier. Da bleiben wir doch glatt einen Tag hier.

Skatveit – Jelsa

Ganz gemütlich legen wir mittags ab und fahren zwischen den Insel hindurch.

In einem Fjord können wir sogar mit dem CodeZero segeln. Thomas hat ein neues Hafenguide-Buch erstanden, dass hilft uns hier sehr gut weiter und hat viele tolle Ecken aufzuweisen.

150629_HakenIIAn einer flachen Stein-Inselgruppe, wo die einzelnen Inseln mit Holzbrücken verbunden sind, eine Schaukel an einem Baum aufgehängt wurde, ein Toilettenhäuschen, ein Grill und Campingtische aufgestellt wurden, machen wir eine Pizzapause.

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Festmachen darf man an dem kleinen Steg nicht auf Dauer, dafür sind die vielen Ösen in den Felsen gedacht, aber wir trauen dem Braten nicht und fahren in den Hafen Jelsa, wo man direkt hinter der steinigen Kaimauer vorne am Steg und hinten an einer Boje festmacht (auch neu für uns, aber der nette norwegische Segelnachbar hilft uns).

Jelsa

Jelsa

Jelsa ist ein kleiner Ort der zur Abwechslung mal am Festland liegt, mit einer süßen kleinen Kirche aus 1647.

Jelsa

Jelsa

Es gibt einen Joker Einkaufsmarkt, eine Dusche, WC, Waschmaschine, Wasser und  (wenn die Steckdose nicht kaput wäre auch) Strom am Steg.

Rennesoy – Halsoy

Der nette Hotelinhaber und Hanseeigner gibt uns noch ein paar Tipps für das Ryfylkegebiet, die wir in der kurzen Zeit gar nicht alle besuchen können.

Gegen Mittag legen wir bei Sonnenschein ab.

Inseln im Ryfylkegebiet

Inseln im Ryfylkegebiet

Wir machen eine ruhige Motor-sight-seeing-tour zwischen den Inseln hindurch. Sehr idyllisch. Die Inseln sind hier noch recht flach, im Hintergrund sieht man aber schon die höheren Berge. Auf fast jeder Insel steht mindestens ein kleines süßes rotes Häuschen und fast jeder Norweger scheint hier ein Motorboot zu haben.

150628_Landschaft2 In Furutangen machen wir an einem kleinen Steg mit Strom und Wasser, aber ohne WC und Dusche fest und essen Abendbrot (wären 150 NOK p. Nacht zzgl. 50 NOK Strom) gewesen, entscheiden uns dann aber doch in den Hafen gegenüber „Skatveit“ zu fahren. Hier liegt man für 150 NOK inkl. Strom, Internet, Wasser und WC (Dusche kostet 6 NOK/Min.) bezahlt wird im Joker-Supermarkt. Dieser kleine Hafen wurde wohl letztes Jahr zum besten Gästehafen Norwegens gekürt. Na denn…

Und auf dem Weg hierhin stellen wir fest: In Norwegen kann es auch regnen. Scheint hier aber keinen zu stören, die Norweger bleiben im Regen stehen und unterhalten sich weiter mit uns, als wäre nix.

26.06. Egersund – Stavanger (55,6 sm), 27.06. Stavanger – Rennesoy

Egersund ist doch größer, als wir es in Erinnerung hatten! Wir machen eine schöne Wanderung durch die Berge, obwohl bis auch nach drei Stunden immer noch nicht die Markierung der Wege verstanden haben.

Wandern über Egersund

Wandern über Egersund

Im Hafen gibt es Internet, Duschen und WC (die auch von allen anderen Egersundern benutzt werden) und wir bekommen einen Gutschein für 4 Brötchen aus einem der drei nah am Hafen befindlichen Supermärkte. Dafür ist der Preis auf 200 NOK pro Nacht ganz schön gestiegen.

Kapelle für uns in Egersund

Kapelle für uns in Egersund

Nach drei Nächten Egersund um den starken Nordwind abzuwarten geht es heute weiter. Zunächst tanken wir. Der Diesel in Norwegen ist eingefärbt, ärgerlich, dass bei der Tanksäule der Quittungsdruck nicht funktioniert!

Winschenreinigung

Winschenreinigung

Wir fahren wieder um die Insel Eigeroy und müssen einen Segelversuch mangels Wind abbrechen. Nach einiger Zeit motoren können wir jedoch am Wind mit Fock und später auch mit CodeZero noch gut segeln. Die Sonne kommt etwas zwischen den Wolken durch und die See ist ruhig. Herrlich!

Ist das nicht schön?!

Ist das nicht schön?!

Ab Höhe Tananger kommen uns viele Frachter und ein Kreuzfahrer entgegen, auch sehen wir für Norwegen ungewöhnlich viele Segler heute und einen Seehund.

Arcadia ist auch hier unterwegs

Arcadia ist auch hier unterwegs

In Stavanger fahren wir erst zum Stadtanleger, wo man quasi neben den Restaurants mit Livemusik liegt; entscheiden uns dann aber doch bis zum kleinen Anleger vor dem Ölmuseum umzulegen, denn da gibt es Strom und Duschen.

Plattform vor Stavanger

Plattform vor Stavanger

Stavanger

Stavanger

In die Stadt gehen wir erst am Samstag, doch es ist uns zu voll und Peppes Pizza scheint es hier nicht mehr zu geben, also fahren wir Nachmittags weiter.

Die Insel, die wir uns ausgeguckt haben heißt Rennesoy. Am ersten Hafen Vikevag fahren wir vorbei, er ist recht groß, aber man guckt nur auf die Steinmole und einen Felsen. Der zweite Hafen scheint nur für kleine Motorboote zu sein. Der dritte Hafen Osthusvik liegt vor dem süßen weißen Hotel Fjordbris, die Hotelbesitzer haben ihre Hanse 415 vor dem Hotel liegen. Hier gibt es Strom, Duschen im Hotel (auf nette Nachfrage) und Internet.

Osthusvik

Osthusvik

Texel – Egersund (380 sm) 20.-23.06.15

Abfahrt Texel

Abfahrt Texel

Wir fahren erst gegen Mittag mit der Tide los. Doch die geht dann ja erstmal gegen uns auf der anderen Seite von Texel, gerade deshalb wundern wir uns, dass über 20 andere Segler mit uns fahren. Ob das auch Schaulustige sind, die die Volvo Ocean Racer irgendwo abfangen wollen? Doch dann trennen sich unsere Wege. Merkwürdig, der Rest fährt Richtung Schottland, wobei die auf jeden Fall in die Nacht fahren.

Nachtfahrtvorbereitungen
Nachtfahrtvorbereitungen

Noch auf Höhe Texel greift die Stb. Schotwinsch nicht mehr. Wir reparieren sie aber quasi während des weitersegelns. Die müssen wir unbedingt alle aufmachen, reinigen (Sperrklinken entharzen) und neu einfetten!

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Wir treffen bis kurz vor Norwegen nun keinen anderen Segler mehr. Auch die Volvo Ocean Racer leider nicht. Später erfahren wir, dass die meisten vor uns, aber SCA und Vestas hinter uns durchgehen.

Bohrinsel Plattform

Bohrinsel Plattform

Die erste Nacht haben wir viele Bohrinseln und Frachter um uns herum, es ist nicht lange dunkel, auch in der zweiten Nacht sehen wir noch das ein oder andere Schiff, dank AIS kann man alle Lichter gut zuordnen.

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Codezero-Segeln

Codezero-Segeln

Nachdem wir den ersten Tag mit Fock oder auch mit dem Codezero gut segeln konnten, müssen wir die Nacht mangels Wind motoren. Die Wellen von dem starken Wind der letzten Tage schaukeln uns in unsere Schlafschichten, führen aber auch zu einer verringerten Nahrungsaufnahme.

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Nebel

Nebel

Am zweiten Tag fängt es schon früh an zu regnen und Thomas muss bald feststellen, dass seine Hose undicht ist. Die Heizung läuft, denn es ist jetzt auch am Tage zu kalt. Im Überlebensanzug schwitzt er dann zwar, aber immerhin besser als Nasser Regen an den Beinen.

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funkt uns an: African Venture

funkt uns an: African Venture

Die Nacht können wir durchsegeln und am nächsten Morgen kommt dann doch die Sonne raus. Was die Stimmung enorm hebt. Auch wenn der Wind nachlässt und wir motoren müssen. Unser Satellitentelefon leistet wahre Dienste und so können wir mitten auf der Nordsee ein Wetterupdate machen und dem angesagten Wind entgegen fahren.

Fischerleine

Fischerleine

 

Blöderweise brettern wir über ein paar Fischerleinen, die den Motor abwürgen. Panik bei Frauke, doch Thomas springt mit Taucheranzug ins Wasser und befreit Anna von den Seilen. Ist wohl nochmal gut gegangen.

Wolllken

Wolllken

 

 

Unter dem blauen sonnigen Himmel sieht das Wasser aus wie in der Südsee, ist aber eisekalt, auch der Wind ist noch kalt, wir nehmen trotzdem eine Heckdusche, wir haben ja warmes Wasser – das tut gut!

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Delfine

Delfine

Dann besuchen uns zweimal Delfine. Riesige Delfine, so große haben wir noch nie gesehen!

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Sonnenuntergang

Sonnenuntergang

Gut gelaunt geht es in die nächste Nacht, der angesagte Wind kommt, so dass wir zunächst am Wind segeln können, er dreht auch und nimmt zu.

150623_Norway!

Land in Sicht!

 

 

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Wir hatten gehofft, unter Land noch etwas höher zu kommen, bis Tananger, doch die sich schnell aufbauende Nordseewelle ist uns zu ruppig, also geht es nach Egersund. Nach ca. 69 Stunden auf See machen wir bei bestem Wetter, totmüde und hungrig fest, räumen etwas auf, ruhen uns aus und duschen.

Makkum – Texel

Tschüss Texel

Tschüss Texel

Thomas hat noch einen Termin auf der Arbeit, ich fahre mit, einkaufen, damit wir gleich weiter können. Dennoch wird es zu spät und so fahren wir noch mit dem letzten Rest Tide am Wind nach Texel, statt dessen nach Vlieland ist leider unmöglich geworden. Von Texel aus dürften wir auch bessere Chancen haben, Morgen die Volvo Ocean Racer zu sehen, die nämlich ab Mittag von Scheveningen nach Göteborg starten.
Als wir spät auf Texel ankommen sind wir zunächst froh, am nächsten Tag noch bis Mittags verstauen und räumen zu können, wir essen noch bei Veronica und nehmen uns Fischbrötchen mit, bis wir am Samstag, den 20.06.2015 gegen Mittag mit der Tide raus fahren.